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Alleenfreundlicher Winterdienst

Hintergrund

Im Winter werden viele Straßen mit Salz gestreut. Heute werden jährlich rund 2 Millionen Tonnen Salz auf deutsche Straßen verteilt. Über das Schmelz- und Spritzwasser gelangt das Salz in den angrenzenden Grünstreifen und schädigt die Bäume, die das Salz über ihre Wurzeln aufnehmen. In salzbelasteten Bäumen ist das Wachstum verringert. Es werden nur sehr kleine Blätter gebildet, die schnell absterben. Im Boden verdrängt das Salz wichtige Nährstoffe der Bäume und macht sie so anfälliger für Pilze und Bakterien. Besonders salzempfindliche Bäume wie die Linde, die Eiche und die Kastanie säumen leider die meisten Alleestraßen. Außerdem kommt es durch das Tausalz zu Grundwasserschäden und Schäden der Bodenflora.

Dabei zeigt sich, dass ein anderer Winterdienst möglich ist. Zunächst müssen Hauptverkehrsstraßen regelmäßig mechanisch geräumt werden, dies nennt sich schwarzer Winterdienst. Unter weißem Winterdienst versteht man, dass die Straßen gar nicht geräumt oder gestreut werden. Erstaunlicherweise zeigt sich, dass auf solchen Straßen Autofahrer wesentlich vorsichtiger Fahren. So sind 85,3 % der Unfälle im Winter auf ein Fehlverhalten der Fahrer zurückzuführen und nur 7,6 % auf die Straßenverhältnisse. Somit wird klar: Vorsichtiges und langsames Fahren mit den richtigen Reifen wirkt besser als jedes Taumittel und schützt vor Unfällen.

Untersuchungen haben gezeigt, dass nach wie vor besonders Privatleute eifrig Salz auf die Gehwege werfen. Dabei verbieten immer mehr Gemeinden und Städte den Einsatz von Salz aufgrund der schädlichen Wirkung. Es würde ausreichen, den Weg gründlich zu schippen und mit einem abstumpfenden Mittel zu streuen wie z.B. Sand, Splitt, Asche etc.

Aktion

Hier ist Aufklärungsarbeit gefragt. Klärt Menschen in eurer Umgebung über den Sachverhalt auf. Hierfür gibt es viele Möglichkeiten, z.B. könnt ihr Infotafeln oder Infostände organisieren. Wenn euch privat Personen auffallen, die Salz streuen, könnt ihr ihnen auch einen Brief schreiben, in dem ihr sie aufmerksam macht über alleenfreundlichen Winterdienst. Ihr könnt aber auch eure Gemeinde oder den Bürgermeister bitten, den Einsatz von Streusalz komplett zu verbieten und den mechanischen Winterdienst zu stärken. Hierbei kann Unterschriften sammeln eine große Hilfe sein.