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Was ist das eigentlich, dieses Zeug, das einem die Hände und die Hose schmutzig macht? Warum ist die geteerte Straße kein Boden, und wozu braucht man den Boden eigentlich in der Stadt? Die Antworten zu diesen und noch vielen weiteren Fragen, erfahrt Ihr hier:
"Böden gehören zu den wertvollsten begrenzten Gütern der Menschheit" (Europäische Bodencharta von 1977)
Unter der Erde ist viel los!
Der Boden wird von uns Menschen sprichwörtlich mit den Füßen getreten. Wir sehen ihn oftmals als „nutzlos“ an. Doch diese braune Schicht unter unseren Füßen ist ein komplexes Ökosystem und Lebensraum für zahlreiche Tiere und Organismen.
Wenn ihr an Lebewesen im Boden denkt, fallen euch sicherlich erst einmal Würmer, Käfer, Larven, Spinnen oder Schnecken ein. Das ist richtig, doch unser Boden beherbergt nicht nur Kleintiere. Die meisten seiner Bewohner sind so winzig, dass man sie mit bloßem Auge nicht erkennen kann. Man nennt sie Mikroorganismen. Zu ihnen zählen Bakterien, Wimperntierchen, Algen, Pilze, Amöben oder sonstige Einzeller.
In einer Hand voll Boden gibt es mehr Lebewesen als Menschen auf der Erde! Die kleinen Tierchen können es in einem Quadratzentimeter Boden auf eine Anzahl von bis zu 10 Milliarden bringen! Trotzdem nehmen sie nur weniger als 1% der gesamten Bodensubstanz ein. Lebensraum der Mikroorganismen sind überwiegend die tieferen, mit Wasser gefüllten Bodenschichten, während die Kleintiere den Raum nahe der Erdoberfläche bevorzugen, wo es genug Sauerstoff gibt. Einige von ihnen, wie z.B. Regenwürmer, sind in der Lage, Tunnel und Hohlräume in den Boden zu graben. Viele Bodenlebewesen sind in der Regel ein Anzeichen für einen humusreichen und fruchtbaren Boden. In unseren Städten dagegen ist der Boden weitgehend „tot“, unter den dicken Asphaltdecken können keine Organismen leben. Nur in Parks oder Gärten können sie sich ansiedeln, weil hier ähnliche Lebensbedingungen wie in der Natur herrschen.
Fressen oder „Do it yourself-Ernährung“ Unsere Bodenlebewesen kann man in zwei Gruppen einteilen: die einen ernähren sich, indem sie lebende oder abgestorbene Tiere und Pflanzen fressen. Nach dieser Ernährungsweise richten sich z.B. die tierischen Organismen und Pilze. Daneben gibt es Überlebenskünstler, die sich ihre Nahrung durch Photosynthese selbst zusammenbauen. Außer den Grünpflanzen zählen auch Algen, Flechten und bestimmte Bakterien zu dieser Gruppe.
Der Kreislauf des Lebens Bodenorganismen sind ein entscheidender Teil unseres Nahrungskreislaufes. Dieser besteht aus den Produzenten, Konsumenten und Destruenten. Zu den Produzenten gehören unsere Pflanzen. Sie produzieren lebensnotwenige Stoffe, wie z.B. Sauerstoff, und dienen außerdem als Nahrung für Pflanzenfresser. Die Pflanzenfresser werden wiederum von den Fleischfressern gefressen. Beide gehören zu der Gruppe der Konsumenten. Wenn diese Tiere dann sterben, kommen die Destruenten ins Spiel. Sie zersetzen tote Lebewesen, aber auch abgestorbene Pflanzen. Dadurch entstehen Mineralien und Nährstoffe, welche die Pflanzen als „Nahrung“ brauchen. Der Kreis schließt sich. Ohne die Aktivität der Bodenorganismen könnten unsere Pflanzen also nicht wachsen. Sie – und somit auch wir Menschen – würden verhungern. Ihr seht nun, wie wichtig es ist, dass wir auf unseren Boden achten und ihn schützen. Denn er ist die Grundlage für unser aller Leben!
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(Jessica Franzen)