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In der heutigen Landschaft fehlen den Fledermäusen ihre natürlichen Quartiere. Dabei gibt es unter den Fledermäusen jene, die Baumquartiere und ähnliche Behausungen bevorzugen und solche, die felsige lieber haben, aber auch die, die beide Unterkunftsarten mögen. Heute mehr noch als früher nutzen dabei die Fledermäuse, die felsige Quartiere bevorzugen, menschliche Behausungen, die aus Fledermaussicht einfach auch nur höhlen- und felsartige Strukturen darstellen. Viele, aber nicht alle, unter diesen Arten sind etwas wärmeliebender und kamen daher vor langer Zeit mehr in südlichen Regionen vor, wo es meist häufiger natürliche Höhlen und ähnliche Quartiere gibt. Über die Jahrhunderte jedoch haben die Menschen Häuser gebaut, die Fledermäusen auch in nördlicheren Regionen genügend Quartiere boten. Heutzutage nehmen diese Quartiermöglichkeiten wieder ab, doch viele Fledermausarten sind nun von Lebensräumen abhängig, die vom Menschen geschaffen wurden. Häufig finden sich diese künstlichen Quartiere nicht nur in Kirchen oder anderen alten Bauwerken, sondern auch auf Dachböden oder in Kellern normaler Wohnhäuser. So kann es sogar vorkommen, dass Fledermäuse noch vor den eigentlichen Mietern in Neubauten "einziehen". Um diese Unterschlüpfe zu sichern, über Fledermäuse an Gebäuden zu informieren und mehr Wohnraum für sie zu schaffen, wurde in Schleswig Holstein die Aktion „Fledermausfreundliches Haus“ ins Leben gerufen.
Die Aktion wurde im Jahr 2004 vom NABU Schleswig-Holstein zusammen mit der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein gestartet. Mittlerweile gibt es das Erfolgsprojekt auch in anderen Bundesländern (z.B. Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern, hier beide vom NABU) unter dem gleichen oder ähnlichen Namen. Für all diese Projekte mit diesem Inhalt soll hier jenes aus Schleswig-Holstein als Beispiel genauer vorgestellt und zu eigenen Aktionen angeregt werden. Ziel des Projektes war (und immer noch Ziel der Aktionen 2009), Hausbewohner dazu zu animieren, bestehende Fledermausquartiere an bzw. in ihren Häusern zu erhalten oder neue Lebensräume zu schaffen. Lohn für diese Anstrengungen ist eine wetterfeste Edelstahlplakette, die gut sichtbar am Haus angebracht werden kann, sowie eine Urkunde und natürlich das Wissen, einen Anteil am Schutz dieser nützlichen Tiere zu haben. Viele Menschen wissen jedoch oft gar nicht, dass sie Fledermäuse als Untermieter haben. Dies liegt daran, dass die Tiere sehr unauffällig leben und auch nur sehr selten Schäden an der Bausubstanz hinterlassen. Sie nutzen zum Beispiel, anders als andere "Hausbewohner", nur vorhandene Hohlräume und schaffen keine neuen. Auch ihre vor allem nächtliche Lebensweise fördert, dass sie so selten bemerkt werden. Darum kann es vorkommen, dass im Zuge von Sanierungen oder Renovierungen aus Versehen Fledermausquartiere zerstört oder Zugänge versperrt werden. Dies zu verhindern und darüber aufzuklären, ist eines der Ziele im Projekt. Jedoch sollen nicht nur bereits bestehende Unterschlüpfe geschützt, sondern auch neue Quartiere und Verständnis für diese Mitbewohner geschaffen werden. Dies ist möglich, indem gekaufte oder selbst gebaute Fledermausverstecke am Haus angebracht werden. Ebenso können artgerechte Einflugmöglichkeiten wie Lüftungsziegel zu Kelleranlagen und Dachböden geschaffen werden. Vor allem bei Neu- sowie Umbau und Sanierungen kann schon fledermausfreundlich gebaut werden. Informationen direkt zum fledermausfreundlichen Bauen füllen schon heute ganze Bücher.